Interview

geführt von Dr. Karsten Burger

 

Im Dezember 2011 trafen sich Dr. Karsten Burger und Martina Caspary in den Räumen der AfG Akademie für Geschäftserfolg in der Poststraße in Tübingen zum Interview.

 

Thema des Gesprächs war die Geschichte der Akademie, der Trainer-Ausbildung und die zuGrunde liegenden Werte.

 

 

 

Frau Caspary, die Akademie für Geschäftserfolg geht ja sehr offensiv mit dem Ruf nach Werten an die Öffentlichkeit. Ist das heutzutage nicht etwas gewagt, wo es doch eher um Krisenbewältigung und Firmenrettungen gehen sollte?

 

(lacht)

 

Ja, guter Einstieg. Gleich mitten hinein, so wie ich es von Ihnen kenne.

 

Herr Dr. Burger, der Ruf nach Werten wurde von den Firmen an uns herangetragen. Viele Probleme entstehen dadurch, daß nur noch nach dem ZDF-Prinzip gehandelt wird. ZDF steht dabei für Zahlen-Daten-Fakten. Wenn wir uns einmal vor Augen halten, welche Werte gemeint sind, wird klar, wie direkt sie auf die Firmenkultur, auf Arbeitsergebnisseund den Erfolg einwirken.

 

Respekt, Pünklichkeit, Integrität, Teamfähigkeit, Verantwortungsgefühl.... (weiter)

 

Wenn diese Werte einen höheren Stellenwert durch die gesamte Firmenhierarchie hätten, was meinen Sie, wieviele Krisen hätte vermieden werden können.



Schön und gut! Aber wie wollen Sie Werte wie Respekt, Empathie oder Verantwortung durch einen Vortrag oder ein Seminar vermitteln? Das geht doch gar nicht!

 

 

 

 

Vom Zuhören ist noch niemand respektvoll geworden, das stimmt.

 

Respekt lernt man nur durch Erfahrung, genau wie alle anderen Werte auch. Die Wörter alleine bleiben leere Hülsen. Außerdem denkt jeder bei sich, daß es doch die anderen sind, die mal Werte lernen sollten. Bleiben wir doch mal beim Thema Respekt. Wir haben verschiedentlich Umfragen bei Teilnehmern gemacht. Zum einen, wer findet, daß seine Mitarbeiter ihn häufig respektlos behandeln. Später, wer sich selbst für einen respektvollen Menschen hält. Bei beiden Fragen waren die meisten Hände oben. Wie passt das zusammen? Fakt ist, daß wir unserer Respektlosigkeit viel zu wenig bewußt sind. Die der anderen spüren wir hingegen sehr deutlich. Und so ist das bei den anderen Werten auch.

 

Zurück zu Ihrer Frage: Wir schaffen in unseren Seminaren ein Erfahrungs-Umfeld, in dem durch Rollenwechsel, wohlwollendes Feedback und ganz neue Eindrücke so manches Lichtlein aufgeht. Und zwar zu den eigenen Möglichkeiten und der eigenen Verantwortung. Raus aus dem Opfer, rein in den Gestalter!

 

Man kann Werte in jedem Alter lernen. Frage ist, ob man will! Und zum Wollen gehört die Erkenntnis. Die ermöglichen wir.

 

 

Wenn es um Werte geht, wie kommt dann "Service-Selling" in Ihr Angebot? Leute über den Tisch zu ziehen kann wohl kaum ein Wert sein.

 

 

 

 

 

Eben. Ebensowenig ist gelangweiltes, herabwürdigendes, uninteressiertes Verhalten mit dem Thema Werte vereinbar.

 

Ich bin nicht von Haus aus Verkaufs-Trainerin, sondern Kundin. Was ich beim Einkaufen erlebt habe war oft echt frustrierend. Man zieht los mit Geld in der Tasche, möchte schön einkaufen und zufrieden mit seinen Einkäufen dann wieder heimkehren.

 

Leider sind die wenigsten Verkäufer gewillt, einem dabei zu helfen. Unlustig, übereifrig, belehrend, von oben herab.... das sind nur einige der vielen Möglichkeiten, wie einem in deutschen Geschäften entgegengetreten wird. Der interessierte, freundliche Verkäufer, der zuhört und wirklich im Service ist macht vermutlich keine 20% von allen aus. Das finde ich frustrierend. 

 

Also habe ich über die Jahre alles zusammengestellt, was ich an brauchbaren Theorien, Unterweisungen und vor allem Beobachtungen sammeln konnte. Das Ergebnis wird als "Service-Selling" geschult, zur Zufriedenheit von Verhäufer und Kunde gleichermaßen. Mein Ziel ist es, irgendwann ganz viele tolle Verkäufer anzutreffen, damit Einkaufen zur Freude wird!

 

 

 

Einige Ihrer Seminare finden auf Mallorca statt. Wieso gerade dort?

 

 

 

 

Das hat sich so ergeben. Anfangs war es eine Idee zum 25sten Berufsjubiläum meines Mannes Gerhard Gieschen. Dann fanden wir alle Geschmack daran, denn es hat viele Vorteile, FührungsTrainings auf der Insel durchzuführen. Zum einen spricht die kurze Anreise für sich, zum anderen ist man gleichzeitig weit weg vom Alltag (es liegt ein ganzer Ozean dazwischen!). Die Gruppe bildet sich intensiv im fremden Land und keiner fährt abends mal schnell nach Hause. Viele unserer Teilnehmer sind auch sehr froh, neben dem Training einen Luftwechsel, Sonne und Meer "mitnehmen" zu können. Und preislich ist Mallorca im gehobenen Hotelsektor in jedem Fall interessant.

 

Natürlich trainieren wir vorwiegend im heimatlichen Deutschland. Allerdings werden wir immer wieder auf unsere  "AfG-besondere-Orte-Tour" angesprochen, die Kunden haben einfach Spaß daran. Also gibt es dann auch Angebote wie z.B. "Transsilvanien-on-Stage"...

 

 

 

Transsilvanien? Das klingt doch sehr..., sagen wir, extravagant?

 

 

 

Ja, Herr Dr. Burger, da haben Sie wohl recht. Wir von der Akademie für Geschäftserfolg lieben es, mit Überraschungen zu arbeiten. Überraschendes öffnet die Aufnahmenfähigkeit, genau wie Spaß.

 

Schließlich geht es bei dem Erlernen von "SoftSkills" vorwiegend um Verhaltensänderungen. Zuerst muß erkannt werden, welche alten Verhaltensmuster nicht funktionieren, dann brauche ich Verhaltensalternativen und schließlich auch Übung/Training.

 

Es gibt kaum etwas anstrengenderes, als mit sich selbst konfrontiert zu werden und gewohntes Verhalten zu ändern. Daher schaffen wir gerne ein ungewöhnliches Umfeld. Überraschendes und Spaß führen - wie schon gesagt - zu wesentlich besseren, nachhaltigen Ergebnissen bei Führungstrainings!

 

 

Ist denn die Bühne, Spaß und Überraschungen überhaupt für focussierte, gestreßte Führungskräfte geeignet?

 

 

Gerade für sie!

 

Fachlich gibt es Schulung über Schulung. Zum Thema "Führung" Bücher, Powerpoint und wissenschaftliche Abhandlungen. Aber irgendwann kommt doch immer die gleiche Frage: "Warum läuft es mit meinen Mitarbeitern nicht so, wie ich mir das vorstelle?"

 

Dann kommt unsere Antwort: "Weil theoretisches Wissen nichts nützt!". Es gibt nur eins - Erfahren! 

 

Wenn wir dann von unsererm on-Stage-Verfahren erzählen, sehen wir tatsächlich meist zweifende Blicke. Die Unternehmer und Führungskräfte reagieren genau wie Sie, Herr Dr. Burger! (lacht) Und wenn wir dann mit dem Training angefangen haben, kann man förmlich hören, wie es immer wieder "klick" macht. Die Inhalte werden ERFAHREN. Abschließend ist das Erstaunen groß. Nicht trotz Spaß und Lebendigkeit wurde das Ziel erreicht, sondern genau deswegen!

 

 

Ein wenig neugierig haben Sie mich ja nun schon gemacht! Wer weiß, vielleicht schaue ich selbst einmal on-Stage vorbei? Für heute sage ich: Frau Caspary, ich bedanke mich für das Interview.

 

 

Gerne! War mir eine Freude und ich würde es sehr begrüßen, Sie einmal mitzunehmen, z.B. nach Mallorca oder Transsilvanien. Dann interviewe ich Sie im Gegenzug zu Ihren neuen Erfahrungen...